Von Man­fred Fammler

So viel Frust und Ent­täu­schung bereits nach den ers­ten bei­den Sai­son­spie­len ist selbst dem ein­ge­fleisch­tes­ten For­tuna-Fan fremd. Doch was die F95-Kicker am Sams­tag bei ihrem ers­ten Dritt­liga-Auf­tritt in der hei­mi­schen Arena für ein Trau­er­spiel ablie­fer­ten, trifft tief ins Herz. Bereits zehn Minu­ten vor Abpfiff ver­lie­ßen die ers­ten der rund 30.000 rot-wei­ßen Getreuen das Sta­dion. Unser Repor­ter Man­fred Famm­ler sam­melte nach dem Kick Stim­men. Uni­sono: Maß­lose Ent­täu­schung über eine schein­bar lei­den­schafts­lose Mann­schaft ohne erkenn­ba­res Spielsystem.

„Da kann ich nichts mehr zu sagen. Ich habe gedacht, es wird lang­sam bes­ser, aber es wird immer schlim­mer“, sagt Wer­ner. Er habe kei­nen Spiel­stil und kein Kon­zept gese­hen, wie die Mann­schaft auf­tre­ten soll. Auch seine Beglei­te­rin Ramona ver­misste die rich­tige Ein­stel­lung bei den Spie­lern: „Es wird über­haupt nicht gekämpft.“ Sie habe gerade beim ers­ten Heim­spiel mehr von der Mann­schaft erwar­tet. „Ich bin maß­los ent­täuscht. Da muss echt was pas­sie­ren. Mir schwant Böses.“

„Das hätte ich in mei­nem Alter mit 71 Jah­ren auch noch geschafft“, schimpft Rudi nach dem Schluss­pfiff. „Ich denke mal, dass die Mann­schaft gedacht hat, die zweite Mann­schaft von Hof­fen­heim besie­gen wir leicht. Aber wie die For­tuna gespielt hat, war unter aller Kanone – Entschuldigung!“

„Was auf dem Spiel­feld dar­ge­bo­ten wurde, kann ich nicht mehr nach­voll­zie­hen. Ich habe der Mann­schaft auch, genauso wie wahr­schein­lich der größte Teil der Fans, rich­tig Kre­dit gege­ben“, zeigt sich Marc ent­täuscht und zwei­felt neben der Ein­stel­lung sogar an der Qua­li­tät des Kaders. „Alle Spie­ler, die geholt wur­den, sind anschei­nend nicht so durch­schlag­kräf­tig, wie sie eigent­lich sein soll­ten.“ Dar­über müsse drin­gend gere­det werden.

„Schlech­ter als grot­ten­schlecht“, lau­tet Dirks Urteil. Er gehe seit 1979 zur For­tuna, „aber das war mit das Schlech­teste, was ich je gese­hen habe. Und ich habe schon viel Schlech­tes gesehen.“

„Ich bin erschro­cken“, sagt Joa­chim und fügt hinzu: „Der anvi­sierte Auf­stieg ist nicht gewährleistet.“

„Sehr ernüch­ternd“ – auf zwei Worte fasst Mat­thias seine Ein­drü­cke zusam­men und glaubt bereits nach dem zwei­ten Spiel­tag eben­falls nicht mehr an die Favo­ri­ten­rolle der Düs­sel­dor­fer für den direk­ten Wie­der­auf­stieg, obwohl er der Mann­schaft zuge­steht, sich „erst mal fin­den“ zu müssen.

Kein Tempo, keine Prä­zi­sion und keine erkenn­ba­ren Spiel­ideen, schreibt Mar­tin sei­nem Her­zens­ver­ein ins Poe­sie­al­bum. „Jetzt muss schnell nach­ge­bes­sert wer­den.“ Sein Fazit nach dem zwei­ten Spiel­tag in der Drit­ten Liga: „Ziem­lich ernüch­ternd, ehr­lich gesagt.“

Fotos: Man­fred Fammler

Matthias

Mat­thias