Henkel feiert 150 Jahre: Ein Werksgelände wird zum Festival
Am Samstagmittag zogen die ersten Besucher unter großen bunten Bannern hindurch auf das Henkel-Gelände in Holthausen. „Vielen Dank“ und „Thank you“ stand darauf, dazwischen die rote „150“ und das Henkel-Logo. Der Konzern hatte seine Beschäftigten, ihre Familien und Freunde zum Festival zum 150-jährigen Bestehen eingeladen, und die Gäste kamen bei bestem Spätsommerwetter in Jeans und Sommerjacken, viele mit Kinderwagen. Erwartet hatte Henkel rund 18.000 Gäste, nach Berichten kamen zwischen 17.000 und 18.000.
Ein Aachener Betrieb wird zum Weltkonzern
Am 26. September 1876 gründete Fritz Henkel in Aachen eine kleine Waschmittelfabrik. Wenige Jahre später zog das Unternehmen nach Düsseldorf um, wo bis heute der Hauptsitz liegt. Heute arbeiten rund 50.000 Menschen für den Konzern, verteilt auf mehr als 70 Länder. Zu den bekanntesten Marken zählen Persil, Schwarzkopf und Loctite. Auch an den anderen Standorten weltweit wurde gefeiert.
Der Kanzler lobt den Zulieferer
Eröffnet wurde das Jubiläum bereits am Freitagabend mit einer Gala für geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Bundeskanzler Friedrich Merz zählte Henkel in seiner Festrede zu den wichtigen Partnern der deutschen Schlüsselindustrien, von der Autobranche über die Chipfertigung bis zur Luft- und Raumfahrt. „Wir brauchen Unternehmen wie Henkel als starke Partner mit weltweitem Gewicht“, sagte er. Nach Berichten erinnerte er sich auch an eine persönliche Verbindung: In jungen Jahren habe er als Referent des Chemieverbands einige Monate bei Henkel mitgearbeitet. Für das Land Nordrhein-Westfalen nahmen Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Innenminister Herbert Reul teil.
Picknick zwischen Backsteinbauten und Herbstlaub
Auf dem Gelände verteilten sich die Besucher zwischen Erlebnisstationen, Innovationszentren und Marken. Eine „Memory Lane“ erzählte die Firmengeschichte. Auf dem Rasen standen Bierbänke, an denen Großeltern, Eltern und Kinder gemeinsam aßen und in der Sonne saßen. Zwischen Bäumen mit erstem Herbstlaub, weißen Zeltdächern und den Werksgebäuden ragte ein Backsteinturm mit Uhren über den Köpfen der Gäste auf. Auf der „Pioneer Stage“ sprachen Henkel-Experten und Gäste aus Wissenschaft, Sport und Kultur über die Welt von morgen, darunter der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar und die Astronautin Rabea Rogge. Für Kinder gab es eine eigene Kids Area mit Spielbereichen, Workshops und Bühne.
Oerding und seine Überraschungsgäste
Am Abend verwandelte sich das Areal in eine Konzertarena. Aus der Luft war zu sehen, wie sich das Publikum in blauem Bühnenlicht vor der Hauptbühne mit zwei großen Leinwänden drängte, während rot angestrahlte Bäume am Rand des Geländes leuchteten. Direkt daneben blieben die Silos und Rohrleitungen der Produktionsanlagen sichtbar. Zuerst spielte die Firmenband „Red Pack“ und stimmte die Gäste mit bekannten Liedern ein. Dann begrüßten Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah, Konzernchef Carsten Knobel, Oberbürgermeister Stephan Keller und Ministerin Neubaur gemeinsam mit Moderator Johannes B. Kerner das Publikum. Bagel-Trah, eine Nachfahrin des Gründers, würdigte dabei die Menschen im Unternehmen. Danach übernahm Johannes Oerding und hatte vier prominente Kollegen eingeladen: Stefanie Heinzmann, Lea, Nico Santos und Peter Maffay. Zweieinhalb Stunden lang traten sie solo, im Duett und zum Schluss gemeinsam auf. Im Publikum formten Fans mit den Händen Herzen in die Luft.
Mehr Urlaub, ein Aktienzuschlag und Forscherwelt
Auch über das Fest hinaus profitieren die Beschäftigten vom Jubiläum: Im Jubiläumsjahr gibt es im Geburtsmonat einen zusätzlichen Urlaubstag. Wer am Mitarbeiteraktienprogramm teilnimmt, erhält einmalig einen Zuschlag von 41 Prozent auf die eigene Investition. Für die Stadt ist zudem der Ausbau der Bildungsinitiative „Forscherwelt“ von Bedeutung. In Düsseldorf entsteht am Hauptsitz ein neues Zentrum, das Kindern und Jugendlichen Naturwissenschaften und Zukunftstechnologien näherbringen soll, besonders jenen mit bisher wenig Zugang zu solchen Angeboten. Bis Ende 2030 kommen weltweit vier weitere Labore dazu, in sechs weiteren Ländern sind mobile Angebote geplant. Henkel investiert dafür einen zweistelligen Millionenbetrag.


